TTIP und die wirtschaftlichen Folgen für Entwicklungsländer

10.12.2013

Was passiert eigentlich mit so genannten Drittstaaten wenn die EU und die USA ein solch umfangreiches Abkommen wie das TTIP vereinbaren? Die ökonomischen Auswirkungen von dem EU-US Freihandelsabkommen auf den Rest der Welt sind bisher wenig beleuchtet.

Die großen ökonomischen Gewinner sind laut einer Studie der Bertelsmann-Stiftung die USA und die EU-Staaten. Sinkende Handelshemmnisse zwischen den beiden Wirtschaftsblöcken führen zwar zu mehr Handel zwischen den beiden Regionen. Im Umkehrschluss werden aber die EU und die USA weniger Handel mit Drittstaaten betreiben. Betroffen davon sind insbesondere Kanada, Mexiko und Japan. Weitere Verlierer sind Entwicklungsländer, insbesondere die Staaten Nord- und Westafrikas, die momentan viel mit der EU handeln und es schwer haben werden, andere Absatzmärkte zu finden. Es werden dort signifikante reale Einkommensverluste erwartet.

Die Bertelsmann Studie hat in Entwicklungsländern große Kreise gezogen, so dass sogar die Kommission in einem internen Papier vorgibt, wieder die Kontrolle über die Zahlen zurück gewinnen zu wollen und eine die Meinung von Drittstaaten beeinflussen zu wollen. In der internen Umfrage wurde außerdem deutlich, dass viele Entwicklungsländer außerdem fürchten, zurück gelassen zu werden im „great game“ und mit schlechteren Zugängen zum EU-Markt zu enden. Außerdem sehen viele Länder einen erhöhten weltweiten Wettbewerb als Gefahr. Multilaterale Ansätze innerhalb der WTO seien in Gefahr. Als positive Punkte wurde genannt, dass Drittstaaten von einem erhöhten Wachstum in der EU profitieren könnten. Insgesamt gibt es in Entwicklungsländern wenig Wissen zu TTIP, was zu bedauern ist, wenn man bedenkt, welche Einflüsse das Abkommen auf diese Länder haben wird.

Fazit: TTIP wird aller Wahrscheinlichkeit nach starke globale Auswirkungen haben. Der prophezeite Wohlfahrtsgewinn wird auch auf Kosten von ärmeren Ländern erreicht werden. 

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