Jean-Claude Juncker verteidigt Finanz-Spitzenposten an Männer

12.03.2019

im Streit um die Postenvergabe ausschließlich an Männer hat EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker heute (Dienstag, 12. März) mit einem Brief reagiert und die Auswahlverfahren für die Ernennung der drei Spitzenposten bei der Europäischen Zentralbank, der Europäischen Bankenaufsicht und im Einheitlichen Abwicklungsausschuss der Europäischen Bankenunion verteidigt.  

Die Plenarabstimmung über alle drei Posten steht für Donnerstag (14. März) auf der Tagesordnung des Europäische Parlaments. Die Sozialdemokraten im Europäischen Parlament haben signalisiert, dass sie an der Abstimmung festhalten. 

Ska Keller, Vorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion kommentiert:

„Jean-Claude Juncker macht es sich zu leicht und zieht sich darauf zurück, formal alles richtig gemacht zu haben. Frauen in Spitzenpositionen findet der Präsident der Europäischen Kommission offenbar schön und gut, aber wenn es darauf ankommt, lässt Jean-Claude Juncker klare Aktion für die Förderung von Frauen in Spitzenpositionen vermissen.“

Sven Giegold, wirtschafts- und finanzpolitischer Sprecher der Grünen/EFA-Fraktion im Europäischen Parlament, kommentiert:

„Die Laissez-faire-Haltung des EU-Kommissionspräsidenten rückt die Abstimmung im Europäischen Parlament für die Grünen/EFA-Fraktion in weite Ferne. Die Christdemokraten und Sozialdemokraten sollten klar Position beziehen und das Durchwinken von Männern in Spitzenpositionen aufhalten. Wir wollen eine klare Vereinbarung darüber, wie die Europäische Kommission zukünftig sicherstellen will, dass Frauen in Finanz-Spitzenpositionen der Europäischen Union nicht an eine gläserne Decke stoßen.”

 

Brief von Antonio Tajani an Jean-Claude Juncker

Antwort von Jean-Claude Juncker an Antonio Tajani

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