Die Gemeinsame Agrarpolitik ökologisch und sozial reformieren.

28.02.2019

Rund 41% des EU-Haushalts fließen in die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (GAP). Pro Bürger*in sind das 114 Euro im Jahr. Der Großteil davon wird per Direktzahlungen an Bäuerinnen und Bauern in der EU ausgezahlt. Ein kleinerer Teil fließt in die Entwicklung des ländlichen Raums. Das zentrale Problem an der derzeitigen Verteilung der Mittel an Landwirtschaftsbetriebe ist dabei: Der Großteil der Subventionen wird pauschal nach Fläche berechnet. So werden große Betriebe bevorzugt, Umweltzerstörung, Industrialisierung, Höfesterben und Exportorientierung gefördert und Bodenbesitz pauschal belohnt.

Wir Grüne im Europäischen Parlament streiten und werben für eine vielfältige, nachhaltige, regional verankerte, bäuerliche Landwirtschaft, die Natur und Tiere schont und gesunde Nahrungsmittel für uns alle erzeugt. Zudem möchten wir die vielfältigen Kulturlandschaften in Europa und lebendige ländliche Räume mit zukunftsfesten Betrieben erhalten und das Höfesterben stoppen. Deswegen streiten wir für die europäische Agrarwende: für den Aufbau einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion, die sowohl eine gesunde Ernährung sichert als auch hohen Umwelt- und Tierschutzstandards genügt, faire Preise für die Landwirt*innen erzielt und eine vielfältige Agrarstruktur fördert.

Aus diesem Grund wollen wir die aktuelle EU-Agrarförderungspolitik grundlegend ändern, denn nur so kann die europäische Landwirtschaft an die großen Herausforderungen unserer Zeit angepasst werden.

Eine neue Gemeinsame Agrarpolitik soll ausschließlich die über gesetzliche Standards hinausgehenden Leistungen der Landwirt*innen für das Gemeinwohl fördern und das Prinzip „Wachse oder weiche!“ durchbrechen. Auch sollen beispielsweise Betriebe, die weniger oder gar keine Pestizide einsetzen oder Naturschutzmaßnahmen durchführen, gefördert werden. Die bisher überwiegend an der Fläche anknüpfende Förderung, die vor allem industriell wirtschaftenden Betrieben zugutekommt, soll abgeschafft werden. Öffentliche Mittel müssen für eine echte Transformation hin zu einer für Mensch, Natur und Umwelt nachhaltigen Landwirtschaft verwendet werden.

Wir brauchen eine echte Wende in der EU-Agrarförderung und eine grundlegende Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU. Denn nur mit dem Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistung“ lassen sich die hohen Agrarzahlungen noch rechtfertigen.

Um Ihren ganz persönlichen Vorstellungen zur Gemeinsamen Agrarpolitik eine Stimme zu verschaffen, sind wir als Grüne/EFA-Fraktion im Europaparlament an Ihrer Meinung interessiert. Unter https://www.yourcapreform.eu/de können Sie uns Ihre Vorstellungen mitteilen und genau aufschlüsseln, wie Sie Ihre 114 Euro verteilen würden. Ebenso können Sie dort überprüfen, ob Ihre Vorstellungen mit der von Ihnen gewählten Mittelverteilung erreicht werden können. Ihre Position interessiert uns und wird von uns in den Debatten im Europaparlament berücksichtigt!

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