Europäischer Frühjahrsempfang in der Lausitz: Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen Verantwortung für Flüchtlinge übernehmen

11.04.2016

Auf dem „Europäischen Frühlingsempfang“ am Freitagabend in Cottbus stand das aktuelle Thema der Flüchtlingssituation in Europa im Mittelpunkt der Diskussion. Zu dem gemeinsamen Austausch luden die Lausitzer Kreisverbände von Bündnis 90/ Die Grünen und die Europaabgeordnete Ska Keller ein. „Es gibt Neujahrsempfänge, Sommerfeste, Weihnachtsfeiern aber zu uns Grünen passt der Frühling viel besser, weil alles zu blühen beginnt“, sagte Ska Keller im Grünen Laden in der Cottbuser Straße der Jugend. Die etwa 30 Teilnehmer diskutierten in lockerer Atmosphäre bis tief in Nacht.

„Von einer Flüchtlingskrise zu sprechen ist der falsche Ausdruck.  Wir haben eher eine Krise der Solidarität und der Menschlichkeit, wenn Europa mit seinen 500 Millionen Einwohner als der reichste Kontinente auf der Erde von einer Millionen Flüchtlingen überfordert ist“, sagte die migrationspolitische Sprecherin der Grünen Europafraktion. Es sei eine „Schande für Europa“ was derzeit in den Elendslagern in Griechenland passiere, schilderte Keller ihre Eindrücke aus dem Flüchtlingslager Idomeni.  „Alle EU-Mitgliedsstaaten müssen Verantwortung für Flüchtlinge übernehmen, nicht nur die an den Außengrenzen“, forderte Keller. In Brüssel setzt sich die gebürtige Gubenerin derzeit für eine Reform des Asylsystems in der Europäischen Union ein.

 

In Cottbus sind derzeit Flüchtlinge aus 23 Herkunftsländern untergebracht. Die meisten Flüchtlinge kommen derzeit aus Syrien, Serbien, der russischen Föderation (Tschetschenien) und Albanien, berichtete die Sprecherin des bündnisgrünen Kreisverbandes Cottbus, Petra Weißflog. Sie erinnerte daran, dass Flüchtlinge, aber auch Studierende der BTU oder einfach anders aussehende menschen in Cottbus immer wieder Opfer fremdenfeindlich motivierter Gewalt geworden sind, und forderte dazu auf, Rechtsextremismus und Rassismus auf allen politischen Ebenen zu bekämpfen. "Jetzt gilt es vor allem, alle gesellschaftlichen Kräfte zu mobilisieren, damit die Integration der bei uns Asyl Suchenden schnell und dauerhaft gelingt", so Petra Weißflog.

In der Energieregion Lausitz mit seiner hohen Braunkohleverstromung müsse man sich verdeutlichen, dass unser Wohlstand und unsere Energieproduktion auch weltweit Auswirkungen hat. „Die Zahl der Klimaflüchtlinge wird noch deutlich zunehmen, wenn wir es nicht schaffen, das 2 Grad Ziel zu erreichen“, mahnte der Kreissprecher der Bündnisgrünen Spree-Neiße Wolfang Renner.

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