Migration

Erbärmlicher Schutz für syrische Flüchtlinge

Es ist erbärmlich, wie wenig Europa syrischen Flüchtlingen hilft. Die Mitgliedstaaten der EU sind eifrig dabei, wenn um es um den "Schutz" ihrer Grenzen geht. Aber für den Schutz von Flüchtlingen rühren viele keinen Finger. Obwohl das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, UNHCR, dringend Plätze für syrische Flüchtlinge sucht, hat rund die Hälfte der EU-Staaten bisher keinem einzigen Flüchtling freiwillig Schutz geboten. Wir haben das auf dieser Website dokumentiert: greenmediabox.eu/syrischefluechtlinge/  

Auch bei der

Resettlement-Konferenz des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen UNHCR gestern, kamen nicht genügend Hilfszusagen zusammen. Insgesamt haben die Industriestaaten nur 40.000 neue Zusagen für Resettlement-Plätze gemacht. Das ist nicht einmal ein Drittel des tatsächlichen Bedarfs. Der UNHCR geht davon aus, dass rund 320.000 syrische Flüchtlinge aus den Nachbarländern Syriens umgesiedelt werden müssen: weil sie krank sind, weil sie als Alleinerziehende ihre Kinder in den Lagern, in denen zunehmend miserable Zustände herrschen, nicht ausreichend versorgen können oder weil sie Opfer von Folter sind. Und was tut Europa? Bis gestern hatten alle 28 EU-Staaten zusammen nicht einmal 25.000 Plätze angeboten.

Das ganze Ausmaß der Erbärmlichkeit:

  • Das Welternährungsprogramm konnte syrische Flüchtlinge vorübergehend nicht mehr mit Nahrungsmitteln versorgen, weil das Geld dafür fehlte. Reiche Länder wie die EU-Staaten spendeten zu wenig. Die in einer eiligen Spendenaktion zusammen gekratzten 65 Millionen Euro werden nicht lange reichen. Mit ihnen müssen 1,7 Millionen syrische Flüchtlinge im Libanon, in Jordanien, der Türkei und Ägypten ernährt werden. 
  • Auch der UNHCR hat zu wenig Geld, um Flüchtlingen zu helfen. Für 2014 fehlen immer noch 3 Milliarden US-Dollar. Für 2015 haben die reichen Industrienationen gestern nur eine halbe Milliarde zugesagt. Gebraucht werden mehr als 6 Milliarden. Insgesamt wollen die Staaten weniger Geld geben als im Vorjahr, obwohl die Zahl der Flüchtlinge weltweit drastisch gestiegen ist.
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